Heimatmuseum hat im Jahr 2010 rund 1000 Besucher begeistert

Hattendorf (la). Zum Saisonabschluss ist das Auetaler Heimatmuseum in Hattendorf am Sonntag noch einmal einer großen Schar Interessierter aus dem Auetal und dem Umland besucht worden. Diese nutzten die Gelegenheit, sich den Film von der 800-Jahr-Feier der Gemeinde Auetal im Jahr 1983 anzuschauen, die Sonderschauen zu bewundern und einen Rundgang durch das erweiterte Museum zu machen. Einige von ihnen hatten sogar Exponate für das Museum mitgebracht. „Das waren zum Beispiel Geschirr oder auch Werkzeug“, so der Vorsitzende des Vereins für Heimatpflege Auetal, Jörg Landmann.

Zum Saisonabschluss nehmen Lillian (l.) und Maren noch einmal die Gelegenheit wahr, in der historischen Schulstube mit Griffel auf eine Schiefertafel zu schreiben. Foto: la

Allerdings habe man im Auetaler Heimatmuseum inzwischen bereits so viele Ausstellungsstücke, dass nicht mehr alles angenommen werden kann. „Wir sortieren da schon kräftig, denn wir möchten ein möglichst abwechslungsreiches Angebot präsentieren und nicht einige Stücke doppelt oder dreifach zeigen“, so Landmann.

Der Vorsitzende des Heimatvereins zog dann eine erfreuliche Bilanz. „Rund 1000 Besucher, davon rund zehn Prozent, die nicht aus dem Auetal kamen, haben im Laufe des Jahres wieder unsere zum Teil historischen Exponate bei einem Rundgang durch die Etagen bewundert“, so der Vorsitzende, der von Mai bis Oktober am ersten und dritten Sonntag eines Monats oft selbst vor Ort war, um interessierte Besucher durch die Räumlichkeiten zu führen.

Allein sieben Schulklassen aus Hessisch Oldendorf und der Grundschule Auetal kamen zu Besuch in das Museum, um eine historische Schulstunde zu erleben. In der „guten alten Stube“ und in der Schulstube fanden zudem zwei Hochzeiten statt, über die sich der Vorsitzende ganz besonders freute.

Wie schon in den Jahren zuvor gab es zwei ganzjährige Sonderausstellungen. In der „Photographica“ waren alte Fotoapparate, Kameras, Projektoren und Fotozubehör von Siegbert Held aus Rolfshagen zu bewundern. Diese Exponate wird Held Anfang November wieder mit nach Hause nehmen. Vorher werden sie noch von Mitgliedern benachbarter Heimatvereine bewundert, die Ende des Monats noch einmal auf Einladung von Landmann zu Gast im Museum sind.

Übrig bleibt von der „Photographica“ die vier Meter lange Repro-Kamera aus dem Jahr 1934, die das Museum Minden den Auetaler Heimatfreunden zur Verfügung gestellt hat. „Wir müssen schauen, was wir damit machen werden. Auf Dauer soll sie nicht im Eingangsbereich des Museums stehen bleiben“, so Landmann, der in den nächsten Tagen mit dem Museum Minden klären wird, ob die Kamera an ein anderes Museum weitergegeben werden kann.

Die Bildersonderausstellung, die Einblick in den Handel und das Gewerbe im Auetal aus früheren Zeiten gegeben hat, wird zum Großteil wieder im Archiv des Heimatmuseums verschwinden, damit Platz für Neues ist.

Zwar bleibt das Museum in den nächsten Monaten geschlossen, aber in einen Winterschlaf verfällt es nicht. „Die Sanierung und die Erweiterung des Heimatmuseums sind weitestgehend abgeschlossen, aber wir werden trotzdem im Winterhalbjahr jeden Mittwochvormittag mit fünf, sechs engagierten Mitgliedern im Museum sein, um Räume neu zu gestalten, Reparaturen vorzunehmen und das Archiv zu durchforsten“, so Landmann.

Als letzte Sanierungsmaßnahme ist gerade die Verbreiterung des Treppenaufgangs zum Magazin auf dem Dachboden abgeschlossen worden. „Jetzt können wir unsere größeren Exponate besser ins Magazin schaffen“, freut sich Landmann.

Jetzt soll noch der Holzwurm in der Schreinerei bekämpft werden. „Bislang ist uns das mit Einsprühen und ähnlichen Methoden nicht gelungen und die Schreinerei leidet gewaltig“, so Landmann. Die Lackiererei Rauhut hat angeboten, dass die Heimatfreunde die Schreinerei über Nacht in einen ihrer Arbeitsräume stellen kann, der dann auf 80 Grad erhitzt wird. „Das soll den Holzwurm sicher vernichten“, so Landmann. Allerdings weiß der Vorsitzende des Heimatvereins noch nicht, wie die Schreinerei zur Lackiererei transportiert werden kann.

Gedanken machen sich Landmann und sein zweiter Vorsitzender, Karl Hampel, auch schon wieder darüber, wie die Sonderausstellung im nächsten Jahr aussehen soll.

Vorgesehen ist eine Sonderausstellung mit Zinnfiguren. Aufgerufen sind aber auch wieder Auetaler Vereine oder Organisationen, denen man gern die Möglichkeit gibt, sich darzustellen. Vielleicht möchte zum Beispiel die TuSG Rolfshagen, die im nächsten Jahr ihr 100. Vereinsjubiläum feiert, das Angebot nutzen, um die Geschichte des Vereins im Museum zu präsentieren. „Wir sind für alles offen“, so Landmann.

Startschuss der neuen Saison wird traditionell der 1. Mai sein, mit dem Aufstellen des Maibaumes und einer Grenzbegehung von Rehren nach Hattendorf. Sonderführungen für interessierte Gruppen sind aber jederzeit möglich, müssen aber mit Jörg Landmann unter (0 57 51) 56 01 oder mit Karl Hampel unter (0 57 52) 600 vereinbart werden.